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Wo sich Konzernvorstände und junge Wilde duzen

Das UnternehmerTUM dient als Vorbild für das geplante Digitalisierungszentrum („Digital Hub“) in Bruchsal

Bruchsal / München, 26. März 2018  „Auf Augenhöhe“ war wohl der häufigste Ausdruck, den die Besucher aus der Region Bruchsal zu hören bekamen. Die mitgereisten Bürgermeister und Unternehmer merkten schnell, dass Titel und Funktionen im „UnternehmerTUM“ nur eine untergeordnete Rolle spielen. Stattdessen zählen die Idee und Bereitschaft, gemeinsam neue Wege zu gehen.

20 Delegationsteilnehmer hatten sich aus Dettenheim, Bad Schönborn und anderen Kommunen aufgemacht, um mehr über die Vorzeigeeinrichtung auf dem Campus der Technischen Universität München zu erfahren. Das UnternehmerTUM fördert mit unkonventionellen Angeboten und flacher Hierarchie junge High-Tech-Gründer sowie deren Zusammenarbeit mit Betrieben aus Industrie und Handwerk. FlixBus, Europas größter Fernbusanbieter, ist eine der Erfolgsgeschichten der Münchner.

Ein ähnliches Digitalisierungszentrum („Digital Hub“), wenn auch in kleinerem Maßstab, könnte in den nächsten Jahren in Bruchsal entstehen. Das Land Baden-Württemberg hat hierfür eine Million Euro Fördermittel in Aussicht gestellt. Unterstützter des Vorha-bens sind 60 Firmen, Kommunen und Verbände. Die Federführung haben die Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal und die TechnologieRegion Karlsruhe inne.

In München haben die Projektpartner nun Ideen, Erfahrungen und Eindrücke für Planung, Aufbau und Betrieb gesammelt.

Thomas Jerabek nahm für das Bruchsaler Software- und Ingenieurbüro VMT an der Informationsfahrt teil: „Studenten tüfteln in der Werkstatt des UnternehmerTUMs an neuen Ideen. Und das im Zusammenspiel und im Austausch mit etablierten Unterneh-men, deren Mitarbeiter das gewohnte Arbeitsumfeld verlassen, um sich neue Impulse zu holen. Dieses Aufeinandertreffen in diesem energetischen Umfeld war für mich am beeindruckendsten“, so Jerabek.

„Hier spürt man Gründergeist und eine Kultur der offenen Innova-tion“, stellte Bürgermeister Tony Löffler aus Ubstadt-Weiher fest, der das Projekt als Aufsichtsratsmitglied der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal begleitet. „Aus München nehmen wir wertvolle Tipps für die Realisierung unseres Vorhabens mit.“

Besonderes Augenmerk legte die Reisegruppe aus der Region Bruchsal auf die offene High-Tech-Werkstatt des Unternehmer-TUMs. Diesen „Maker Space“ (deutsch: Macher-Raum) nutzen Schüler, Studenten, Auszubildende, aber auch Entwicklerteams von Firmen und sonstige Tüftler. Die Maschinen stehen sieben Tagen die Woche zur Verfügung. Nach zweistündiger Einweisung kann man Maschinen wie 3D-Drucker bedienen, um selbständig Prototypen zu entwickeln. „In Konzernen dauert es manchmal Jahre, bis ein Mitarbeiter seine Idee intern genehmigt bekommt und Ressourcen für die Umsetzung erhält“, erläuterte Harald Jenull – der „Harry“ – vom Team des UnternehmerTUMs.
„Bei uns im Maker Space dagegen kommen der Mitarbeiter einfach vorbei und macht sein Ding. Damit hat der Betrieb viel weniger Aufwand, und der Prototyp ist viel schneller da.“

Der geplante Digital Hub Bruchsal-Kraichgau verfolgt als eines von zehn Digitalisierungszentrum im Land Baden-Württemberg drei Hauptziele:

1.    Den digitalen Wandel effektiv in kleine und mittlere Unternehmen der Region bringen, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
2.    Gemeinsam und branchenübergreifend Zukunftstechnologien und innovative Geschäftsmodelle entwickeln.
3.    Die Region als „Leuchtturm“ für wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit positionieren.

Die Detailkonzeption des Digital Hubs wird derzeit erarbeitet. Un-ternehmen können mit Ideen am Aufbau des Digital Hubs mitwirken. Projektleiter André Tiede von der WFG steht gerne zur Verfügung: andré.tiede@wfg-bruchsal.de oder Telefon 07251 93256-18.


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